Wie groß ist die Torheit in dem Menschen, der nicht sich selbst bessert [...]. O Mensch, warum schläfst du und hast an den guten Werken, die vor Gott wie eine Symphonie erklingen, keinen Geschmack?


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In der Weihnachtsbäckerei.aif
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Das gestrige Zitat ist quasi die "Fortsetzung" von vorgestern. Es stammt von Joan Clarke die zusammen mit Alan Turing an der Entschlüsselung der Enigma mitgearbeitet hat.

Eine Frau, die Mathematik liebt, kann ja irgendwie nicht "normal" sein. Ich habe da so meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Aber die Berliner Spezialschule für Mathematik hat mir das Leben gerettet. Ich wollte dort unbedingt hin. Also bin ich in die Stadt gefahren, selbstbewusst im Direktorat aufgeschlagen und habe gefragt, was ich tun muss, um an diese Schule gehen zu dürfen. Dann bin ich zu meinem Direktor gegangen und habe um ein Zeugnis und eine Beurteilung gebeten, habe den Kram wieder persönlich in der Heinrich-Hertz-Schule abgeliefert und dann gab es zwei Prüfungen: eine schriftliche und ein mündliches Gespräch, bei dem es kaum um Mathematik ging. Vielleicht hatte mein Vater ja noch gehofft, dass die mich nicht nehmen. Das haben die aber. Und dann wollte er auch kein Spielverderber sein. Mein Jahrgang war der erste mit einem Mädchenanteil von knapp über 30%. Heute ist das keine große Sache mehr, aber damals war man irgendwie schon nicht ganz normal. Viele Jahre später hat mich mein Vater gefragt, was das denn für einen Sinn gehabt hätte, da ich ja mit der Mathematik nicht weitergemacht habe. Das stimmt, aber ich konnte meine Kinder davor bewahren, an der Schule zu verzweifeln. Das taten die nämlich. Das hat sogar mein Vater verstanden.

Zurück zu Joan Clarke. Kurzzeitig war sie mit Alan Turing verlobt, damit sie sich der Mathematik widmen durfte, das ging nämlich nur mit Erlaubnis eines Ehemannes-gruselig.

Wie groß ist die Torheit in dem Menschen, der nicht sich selbst bessert [...]. O Mensch, warum schläfst du und hast an den guten Werken, die vor Gott wie eine Symphonie erklingen, keinen Geschmack?

So viel sei verraten. Das Zitat ist von einer Frau.

Unser heutiger Beitrag ist wieder vom Weihnachtskonzert von Ars Cantandi diesmal mit den Kindern Klara, Leon und Charlotte. Es war zum hinknien.