"Verloren ist jeder [Tag], an dem wir nicht etwas Nützliches erlernt haben. Der Mensch besitzt nichts edleres und kostbareres, als die Zeit; darum verschiebe nie auf morgen, was du heute zu thun vermagst."


Das gestrige Zitat stammt von Johann Sebastian Bach. Mir gefällt, dass er sich offensichtlich nicht darum kümmert, was andere Leute von ihm denken. Aber der Umgang mit Gottes Gaben ist mitunter nicht so ganz einfach. Aus heutiger Sicht betrachtet, könnte man leichtfertig meinen, dass er Gottes Gaben optimal genutzt hat. Welchen Reichtum er uns doch hinterlassen hat! Welche inneren Konflikte er durchleben musste, um diesen Weg zu gehen, können wir nur erahnen.

Nicht umsonst taucht dieses Zitat in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Visionen von Hildegart von Bingen auf. Ob Bach wirklich Visionen hatte, ist mir nicht bekannt. Jedoch ist sein Werk so umfangreich und komplex, dass es zumindest fragwürdig erscheint, dass seine Werke ausschließlich kognitiv entstanden sind, vor allem vor dem Hintergrund der Verwendung von Zahlen und Symbolen in seiner Musik ("Bibel und Symbol in den Werken Bachs"). Und damit meine ich nicht die Notenfolge: B-A-C-H oder die Verwendung der Zahl 14 in seinen Werken.

14 ist hier die Summe aus 2 (b=2) + 1 (a=1) + 3 (c=3) + 8 (h=8). Das sind einfache Spielereien. Das ist alles viel komplexer. Über den Zusammenhang von Zahlensymbolik in den Werken Bachs wurden dicke Bücher geschrieben. Ein Mensch allein kann das unmöglich erfassen. Was davon allerdings bewusst so gewollt ist, muss vielfach Spekulation bleiben. Es ist auch eine Tatsache, dass man Menschen, die deutlich intelligenter oder begabter als man selbst sind, schnell für verrückt hält, weil man nicht die Vorraussetzungen besitzt, um sie zu verstehen. Es bräuchte also mindestens so ein Genie wie J.S.Bach um ihn zu verstehen. Aber jetzt sind wir wieder bei Heisenberg: Wollen wir wirklich den Zauber zerstören, der von seiner Musik ausgeht, weil wir ihn analysieren wollen? Erfreuen wir uns daran, dass Gott manchmal Menschen mit aussergewöhnlichen Gaben ausstattet und dass diese ihre Gaben auch annehmen und uns alle beschenken.

Und so sind wir bei unserem neuen Zitat, natürlich auch von einem Genie😉

"Verloren ist jeder [Tag], an dem wir nicht etwas Nützliches erlernt haben. Der Mensch besitzt nichts edleres und kostbareres, als die Zeit; darum verschiebe nie auf morgen, was du heute zu thun vermagst."

Unseren heutigen musikalischen Beitrag hat mir meine Mama geschickt. Ihr Chorleiter hat an alle Chormitglieder eine von ihm gesungene Datei mitgeschickt, natürlich für jede Stimme extra. Dann haben sich die Chormitglieder Kopfhörer aufgesetzt und dazu gesungen, gleichzeitig musste man das dann noch mit einer Kamera aufnehmen.Diesen Film haben dann alle zurück an den Chorleiter geschickt, der das dann zu einem Gesamtkunstwerk zusammengesetzt hat. Mama ist im März 80 geworden. Passend zum obrigen Zitat, wieder was Neues gelernt. Bei dem Link muss man sich die Datei downloaden, ansonsten ruckelt es. Die Datei ist recht groß. Eventuell könnte ich sie bei Bedarf auch per Whats-App noch verschicken. Ich bin wirklich stolz auf meine Mama (die mit den pinkfarbenen Streifen im Pulli)!