Viele handeln so, als wären Komfort und Luxus das Wichtigste im Leben.

Doch zum wahren Glück brauchen wir nichts weiter als etwas, wofür wir uns begeistern können.


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Das gestrige Zitat stamm von Ludwig van Beethoven, dessen 250. Geburtstag wir dieses Jahr eigentlich feiern wollten, dessen Musik ich vielleicht auch mal auf dem Klavier spielen möchte. Auch für mich ist das tägliche Lernen zum Lebenselixier geworden. Wenn dann mal zufällig am Notenpult der Orgel ein Zettel mit einer harmonischen Funktionsfolge liegt, dann lässt mir das keine Ruhe. Da sind Buchstaben und hochgestellte Zahlen drauf. Die meisten kann ich schon zuordnen, aber eben  nicht alle und dann ist Corona und auf Wochen wieder kein Unterricht. Keiner da, dem man Löcher in den Bauch fragen könnte-Gemeinheit.

Zu Beginn seiner musikalischen Karriere machte Beethoven sich vor allem einen Namen als Klaviervirtuose. Zu seinen Stärken zählt das freie Improvisieren und Phantasieren auf dem Instrument. Ein Ohrenleiden, das zur völligen Taubheit führte, setzte seiner pianistischen Karriere vorschnell ein Ende und so konzentrierte er sich auf das Komponieren. Obwohl ihn seine Taubheit auch in tiefe Verzweiflung stürzte, hat er mit seinen Kompositionen uns einen unsterblichen Nachlass hinterlassen. Im Gegensatz zu anderen Komponisten, die Musik quasi am Fließband zu Papier brachten, rang Beethoven um jede einzelne Note. Seine 9. Sinfonie hat er nie selbst hören können, da er bei der Komposition und Erstaufführung schon völlig taub war. Seine Popularität ist auch heute noch ungebrochen und er zählt zu den am meisten aufgeführten Komponisten der Welt.

Zu dieser Musik-Besessenheit passt dann auch folgendes Zitat:

Viele handeln so, als wären Komfort und Luxus das Wichtigste im Leben.
Doch zum wahren Glück brauchen wir nichts weiter als etwas, wofür wir uns begeistern können. (nicht von einem Musiker)

Auch unser heutiger musikalischer Beitrag kommt von so einem Musik-Begeisterten, von Christoph Kruyer, der sein Leben der Musik gewidmet hat. Er gehört zu den Bewahrern der großartigen Musik von großartigen Komponisten. Musik von Bach oder Beethoven könnte nicht die Jahrhunderte überleben, wenn es nicht Musiker wie Christoph Kruyer gäbe, die mit großem Einfühlungsvermögen uns dieses Vermächtnis so nahe bringen, dass man direkt bedauert nicht in der Zeit der "Orginale" gelebt zu haben. Seine Arrangements sind immer dem Niveau seiner Schüler angepasst, so dass man schon in der 2. Klavierstunde "Ode an die Freude" am Klavier spielen kann, mit bescheidenen Mitteln zwar, aber es klingt nach Beethoven. Aber so wie Beethoven auch sind seine Stärken im Improvisieren und Phantasieren auf dem Klavier aber noch mehr an der Orgel. Für seine Transkrition "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgsky für die Orgel hat er ca. 250 verschiedene Registerkombinationen eingespeichert, um ganz nuanciert spielen zu können.

Von ihm hören wir heute eine Improvisation über zwei Weihnachtslieder von unserem letzten Chorkonzert. Zwei Zuhörer haben ihm zugerufen "Maria durch den Dornwald ging" und "Stille Nacht, Heilige Nacht" und dann ging es los.