Ein Geschenk ist genauso viel wert, wie die Liebe mit der es ausgesucht worden ist.


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Das gestrige Zitat stammt, passend zum Lied vom tschechischen Dramatiker, Menschenrechtler und Politiker Vaclav Havel (1936-2011). Immer wieder wurde Vaclav Havel für seine politischen Überzeugungen ins Gefängnis gesteckt. Trotzdem wurde er sich nie untreu. Das Grundthema seiner essayistischem Werke ist die Entfremdung des Menschen von Gott. In der "aufgeklärten Fortschrittsgesellschaft" verdrängt der Mensch in seiner gefühlten Allmacht Gott von seinem Platz. In dieser Entfremdung sieht Havel die Ursache der heutigen Probleme der Menschheit mit Umweltzerstörung, Ausbeutung der Natur insbesondere auch der Tierwelt, hervorgerufen durch eine Technisierung der Ökonomie. Havel war auch der Meinung, dass die heutige Gesellschaft sich auf Lügen aufbaut, wo Worte ihren Sinn verlieren. So wie z.B. die Worte "Frieden" oder "Menschenrechte".

Ich kann mich noch gut an die Schulstunde in Staatsbürgerkunde erinnern, als der Lehrer uns klar machen wollte, dass es erwiesen sei, dass es Gott nicht gibt. Zum einen seien da die Naturgesetze und zum anderen sei der Sozialismus die einzige wissenschaftlich begründete Weltanschauung. Das rief meinen Widerstand hervor. (Und damals hatte ich richtig Temperament!) Ich habe ihn gefragt: "Was ist, wenn die Gesetze so wie sie sind, einfach nur Gottes Willen seien?" Damit ist doch keinesfalls die Nicht-Existenz von Gott erklärt. Unser Streitgespräch ging 45 Minuten. Nach dem Klingeln sagte ein Mitschüler zu mir:" Du bist schon ein kleines Teufelchen, Irene" Immer wieder gerne.😉 Dankbar bin ich dafür, dass diese Schulstunde nicht zum Schulausschluss geführt hatte. (Die Bemerkung: "Die Russen haben in Afghanistan so wenig verloren, wie die Amis in Vietnam", war da auch schon von mir) Wir waren eine Mathematik Spezialschule und das stand im Vordergrund. Auch diese Schule hatte ihre Stasi-Leute, die lieferten ihre Berichte, aber haben keinen denunziert. Wir wurden immer zum Denken animiert. Das haben mir später Lehrer berichtet.

Und so stammt unser letztes Zitat nun von einer sehr geradlinigen, lebendigen Frau:

Ein Geschenk ist genauso viel wert, wie die Liebe mit der es ausgesucht worden ist.

Zum Abschluss unseres Kalenders möchte ich euch das Lied von Enya "Magic of the night" vortragen. Leider fand sich keine Begleitung und ich habe es in der leeren Kirche eingesungen. Aber so ist doch momentan auch die Situation. Viele Gottesdienste sind abgesagt. Die Kirchen leer und singen geht gleich gar nicht. Dass die Praxis des regelmässigen Singens fehlt, merke ich schon. Es geht uns allen doch so. Und so traue ich mich, ich wo die Mutter immer gesagt hat: "Die kann nicht singen"  und mein Ältester hat mit 2,5 Jahren zu mir gesagt, als ich so fröhlich vor mich hingesungen habe: "Mama, du musst nicht singen. Der Kleine weint nicht!"

Zum Schluss möchte ich mich bei euch allen bedanken. Viele Beiträge kamen ganz spontan oder sind extra geübt worden. Die Liebe, mit der es ausgesucht und eingespielt wurde, macht doch hier auch den Wert aus. Danke auch für das Feedback, das mich immer wieder angespornt hat und ich denke, dass es noch nicht alles gewesen ist. Jetzt wünsche ich euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest mit viel Liebe. Passt gut auf euch auf.

Leider bin ich heute abend seit meiner Taufe vor 27 Jahren das erste mal nicht im Gottesdienst. Vor allem die Orgel vermisse ich sehr. Wer mir was Gutes tun möchte und jemand von euch die Orgel spielt im Gottesdienst, drückt doch einfach mal für mich auf Aufnahme beim Handy und ab geht die Post, dann kann ich auch dabei sein. Auch das sind dissipative Systeme😉 so wie unser Kalender überhaupt.

Die Auflösung schicke ich erst am 26., da sind wir wieder allein.

Die Lösung des letzten Kalenderblattes lautet Thyde Monnier (1887-1967). Sie war eine französische Schriftstellerin und Namensgeberin eines Französischen Literaturpreise.

In ihren Werken beschrieb sie das Leben einfacher Menschen. Ihre Art zu schreiben wird dem Neonaturalismus zugerechnet, was bedeutet, dass sie sehr genau beobachtet, beschreibt, nichts beschönigt. Sie verwendet die Sprache, der Menschen, die sie beschreibt. Im Übrigen war sie in ihrem eigenen Leben sehr präsent, lebendig, setzte sich für die Rechte der Faruen ein und lebte danach.

Mir hat es Spass gemacht und eure zahlreichen Kommentare haben mich angespornt. Jedenfalls hat es mir Selbstbewusstsein gegeben, dass ich im neuen Jahr zusammen mit meinem Professor die Ergebnisse meiner Bachelor-Arbeit veröffentlichen werde. Wen das Thema interessiert: "Corona-Krise als Chance, Möglichkeiten der Stressbewältigung und Persönlichkeitsentwicklung als Reaktion auf Kritische Ereignisse" ,ich habe die Arbeit ebenfalls auf der Homepage hochgeladen.

https://www.emdr-trauma-therapie.de/startseite/bachelor-arbeit/

Und so möchte ich mich für dieses Jahr verabschieden. Denkt daran: Nach Weihnachten, ist vor Weihnachten. Wenn ihr nächstes Jahr wieder dabei sein wollt, müsst ihr nichts tun, ansonsten: kurze Mail und ich nehme euch aus dem Verteiler. Und so bleibt mir noch, euch einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen. Diesmal wird es etwas ruhiger, die Tierwelt wird es danken.

Eure Irene